Vorlagenummer

Stadt Reutlingen

51 Amt für Schulen Jugend u. Sport

Gz.: we/Sc

12/016/06

Bitte Deckblatt austauschen, geänderter Gremienweg!

 

04.06.2012

Beratungsfolge

Datum

Behandlungszweck/-art

Ergebnis

BezGR Ohmenhausen

SchulB

VKSA

FiA

BezGR Rommelsbach

BezGR Gönningen

GR

13.06.2012

19.06.2012

19.06.2012

21.06.2012

21.06.2012

26.06.2012

28.06.2012

Anhörung

Vorberatung

Vorberatung

Vorberatung

Anhörung

Anhörung

Entscheidung

öffentlich

nichtöffentlich

nichtöffentlich

nichtöffentlich

öffentlich

öffentlich

öffentlich

 

 

Beschlussvorlage

Weiterer Ausbau der Schulsozialarbeit an Schulen in städtischer Trägerschaft

 

Bezugsdrucksache

11/005/32; 11/016/01; 11/016/08; 12/005/14

 

 

Beschlussvorschlag

 

  1. Die Schulsozialarbeit an Schulen in städtischer Trägerschaft wird wie in Anlage 1 dargestellt ab dem Schuljahr 2012/2013 ausgebaut.

 

  1. Die erforderlichen zusätzlichen Mittel sowohl im laufenden Haushaltsjahr 2012, wie in den kommenden Schul- und Haushaltsjahren werden aus den Zuschüssen des Landes zur Schulsozialarbeit vollständig gedeckt.

  

 

HHJ

HHST

Betrag in €

über-/

außerplanm.

Auswirkung

Erläuterung

lfd. ab 2012 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

lfd. ab 2013 

 

 

7000.000 in den UA

2110, 2150, 2200,

2300, 2800 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

gleiche UA 

 

 

ca. 34.000 € 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- 60.000 € 

 

 

Überplan-mäßiger

Ansatz 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Planmäßiger Ansatz 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Landeszuschüsse

reduzieren künftig den

freiwilligen städt. Anteil

an der Bezuschussung

der Schulsozialarbeit.

Der Mehrbedarf 2012

wird durch die

gleichzeitig für 2012

fließenden

Landeszuschüsse

kompensiert.

 

Minderausgaben im

städtischen

Haushalt
ab 2013.

 Finanzielle Auswirkungen

 

 

Deckungsvorschlag

 

HHJ

HHST

Betrag in €

Auswirkung

Erläuterung

lfd. ab 2012 

 

 

 

 

7000.000 in den UA

2110, 2150, 2200,

2300, 2700, 2800 

 

 

ca. 120.000 € 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Minderausgaben bei den freiwilligen städt. Zuschüssen durch Landeszuschüsse ab 2012.

 

 

Kurzfassung

 

Der seit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise gestoppte, dringend notwendige weitere Ausbau der Schulsozialarbeit an Schulen in Trägerschaft der Stadt Reutlingen soll zum Schuljahr 2012/2013 wieder aufgenommen werden. Es sollen 5,2 Stellen zusätzlich in die Förderung aufgenommen werden, so dass insgesamt 16,24 Stellen gefördert werden.

 

Das Land kommt mit dem Einstieg in die Finanzierung der Schulsozialarbeit endlich seiner Verpflichtung sowie der langjährigen Forderungen der Städte und Kommunen und deren Spitzenverbänden für eine Mitfinanzierung der Schulsozialarbeit  nach. Dennoch wird die Stadt Reutlingen weiterhin einen Teil der Personalkosten der wichtigen Schulsozialarbeit an den Reutlinger Schulen freiwillig schultern.

 

Mit den Landeszuschüssen ab 2012 wird der städtische Haushalt durch Minderausgaben bei diesen Freiwilligkeitsleistungen um ca. 120.000 € jährlich geringer belastet. Dadurch wird es möglich, den o. g. dringenden Stellenausbau zu realisieren ohne den städtischen Haushalt zusätzlich zu belasten. Der städtische Haushalt wird darüber hinaus um ca. 60.000 € weniger belastet.

 

Begründung

 

  1. Aufgabenstellung Schulsozialarbeit

 

Schulsozialarbeit ist ein Bindeglied zwischen Schule, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern. Sie bietet den Schülerinnen und Schülern leicht erreichbare und verlässliche Ansprechpartner, an die sie sich in allen Angelegenheiten der Erziehung und Entwicklung wenden können und fördert spürbar deren individuelle und soziale Entwicklung. Gesetzlich ist die Schulsozialarbeit in § 13 („Jugendsozialarbeit“) des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG = SGB VIII), normiert. Schulsozialarbeit ist präventiv wirkende konkrete Einzelfallhilfe für Schülerinnen und Schüler zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen und zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen. Im Sinne dieser präventiven Jugendhilfe können deutsche und ausländische Schülerinnen und Schüler erreicht werden, die sonst nur sehr ungenügend betreut werden und dadurch Lernschwierigkeiten haben und/oder ein problematisches Sozialverhalten entwickeln. Schulsozialarbeit bietet der Schule eine Chance, frühzeitig Probleme von Jugendlichen und deren Eltern zu erkennen und angemessen auf diese Probleme zu reagieren. Sie erreicht - wegen der Schulpflicht -  auch gerade die Jugendlichen und Eltern, die andere Beratungsangebote aufgrund von Schwellenängsten nicht in Anspruch nehmen.

 

Seit die Schulsozialarbeit entwickelt wurde bestand über deren Finanzierung Uneinigkeit: das Land vertrat die Auffassung, die Schulsozialarbeit sei eine Maßnahme der Jugendhilfe und damit kommunale Aufgabe. Mit dieser Argumentation hatte sich das Land auch aus einer zwischenzeitlichen anteiligen Anschubfinanzierung (2001 bis 2004) zurückgezogen. Die kommunalen Spitzenverbände (Städte- und Landkreistag) verwiesen auf die Bedeutung der Schulsozialarbeit für den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule und sahen das Land in der Zuständigkeit. Der Landkreis Reutlingen hat sich früh zu seiner Zuständigkeit im Rahmen der Erfüllung der Aufgaben des KJHG bekannt und neben der Mobilen Jugendarbeit im Ausbau der Schulsozialarbeit einen Schwerpunkt bei der Erfüllung der Jugendsozialarbeit nach § 13 KJHG gesetzt. Stadt und Landkreis teilten sich seither die Kosten der Schulsozialarbeit, zuletzt im Verhältnis 60 (Stadt):40 (Landkreis) (vgl. GR-Drucksache Nr. 11/016/08). Für die Stadt Reutlingen ist die Unterstützung der Schulsozialarbeit eine reine Freiwilligkeitsleistung, darüber hinaus aber auch ein Element hervorragenden bürgerschaftlichen Engagements. Ohne die Schulfördervereine als Träger der Schulsozialarbeit könnte die hohe, schulindividuelle Qualität der Schulsozialarbeit nicht gewährleistet werden.

  1. Entwicklung der Schulsozialarbeit in Reutlingen

 

Als „Schulbegleitende Sozialarbeit“ begann dieser sozialpädagogische Ansatz an den Schulen Anfang der 80er-Jahre an der Hermann-Kurz-, der Eduard-Spranger- und der Matthäus-Beger-Schule, die Jos-Weiß-Schule und die Förderschulen folgte rasch nach. Die erste finanzielle Unterstützung wurde von der Stadt im Jahr 1990 geleistet. Ab dem 01.01.1991 stieg die Stadt in die Kofinanzierung des seinerzeitigen „Modellprogramms zur Absicherung der Schulbegleitenden Sozialarbeit“ durch den Landeswohlfahrtsverband (LWV) ein. Dieses auf fünf Jahre befristete Programm einerseits, die steigenden sozialen Problemlagen an Schulen andererseits und die damit einhergehende Einrichtung von sogenannten „Brennpunktschulen“ (Ganztagesschulen mit zusätzlichen Lehrerdeputaten vorwiegend im Hauptschulbereich) führten zu einem Ausbau dieses Arbeitsfeldes in Reutlingen jeweils durch Entscheidungen des Gemeinderats. Nach dem Auslaufen des LWV-Programms wurde die Finanzierung der Schulsozialarbeit auf die im Grunde derzeit immer noch gültige Struktur der Bezuschussung durch die Stadt und den Landkreis umgestellt. Weil die Schulsozialarbeit grundsätzlich kein Betreuungsangebot ist und deshalb nicht durch Elternbeiträge zusätzlich refinanziert werden kann, muss hier die öffentliche Hand die Vollfinanzierung sicherstellen.

 

Seit dem Schuljahr 2008/2009 musste der weitere Ausbau der Schulsozialarbeit vor dem Hintergrund der äußerst angespannten Haushaltssituation der Stadt ausgesetzt werden.

 

Derzeit liegen der Verwaltung 10 Anträge auf Neueinrichtung von Schulsozialarbeit und 2 Anträge auf Aufstockung vor. Von diesen insgesamt 12 Anträgen wurden bereits drei vollständig und einer teilweise durch den Landkreis Reutlingen bewilligt, die städtische Kofinanzierung konnte aber vor dem genannten finanziellen Hintergrund nicht zugesagt werden. Die Fördervereine von 3 der 10 Neuanträge haben, vor dem Hintergrund der Dringlichkeit der Einrichtung der Schulsozialarbeit, bereits in dem Maße mit der Schulsozialarbeit begonnen, wie es den jeweiligen Schulfördervereinen finanziell möglich war (Römerschanzschule 30 %, Listgymnasium 17 %, Isolde-Kurz-Gymnasium 10 %).

 

Die Tabelle in Anlage 2 zeigt, welche Schulen einen Antrag gestellt haben (mit beantragtem Stellenumfang), ob eine Bedarfsfeststellung durch den Landkreis bereits erfolgt ist (mit Angabe des dort festgestellten Umfangs) und ob Schulsozialarbeit an der Schule bereits angeboten wird (mit dem jeweiligen Stellenumfang).

 

  1. Landesbeteiligung und finanzielle Auswirkungen bei der Stadt

 

Nach dem Regierungswechsel im vergangenen Jahr hat die Landesregierung angekündigt, wieder in die Finanzierung der Schulsozialarbeit einsteigen zu wollen. Diese  Beteiligung des Landes wurde schließlich in den mit den Kommunalen Spitzenverbänden ausgehandelten „Pakt für Familien mit Kindern“ aufgenommen. Danach werden ab 2012 insgesamt bis zu 15 Mio. € Zuschüsse jährlich in der Schulsozialarbeit ausbezahlt. Die Abwicklung wird über den Kommunalverband Jugend und Soziales (KVJS) erfolgen. Im Mai 2012 gingen den Kommunen durch das Sozialministerium Baden-Württemberg die „Grundsätze des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg zur Förderung der Jugendsozialarbeit an öffentlichen Schulen vom 27.04.2012“ (Anlage 3) mit den entsprechen Antragsformularen des KVJS zu. Die wesentlichen Elemente darin sind:

 

-      Förderpauschale des Landes von 16.700 € je Vollzeitkraft (Drittelfinanzierung einer Vollzeitstelle pro Jahr),

 

-      Mindestens 50 % Beschäftigungsumfang – allerdings Bestandsschutz für Arbeitsverhältnisse, die vor dem 01.01.2012 geschlossen wurden,

 

-      Hochschulabschluss im Sozialarbeit, Sozialpädagogik mit Ausnahmemöglichkeit und Bestandsschutz für Mitarbeiter/-innen, die vor dem 01.01.2012 bereits über einem Jahr im Arbeitsfeld Schulsozialarbeit beschäftigt waren,

 

-      Antragsberechtigung für Schul- und Anstellungsträger,

 

-      Stellungnahme Jugendamt für neue Stellen, die ab 01.01.2012 beantragt werden,

 

-      Antragsfristende 30.06.2012 für den Zeitraum vom 01.01.2012 – 31.07.2013.

 

Da die Schulsozialarbeit für die Schulfördervereine als Anstellungsträger durch Stadt und Landkreis voll finanziert ist, muss mit dem Landkreis Reutlingen eine Absprache über die Aufteilung der Landeszuschüsse und weiterer offener Fragen getroffen werden. Auf Initiative der Verwaltung findet am 13.06.2012 nun ein Gespräch beim Landkreis mit Schulträgern hierzu statt.

 

Klare Erwartungshaltung der Stadt ist, dass die vom Land vorgegebene Drittelfinanzierung auch im Landkreis Reutlingen realisiert wird. Weil außerdem im Hinblick auf das Antragsfristende (Ausschlussfrist!) das Gespräch mit dem Landkreis nicht abgewartet werden kann, werden in Absprachen mit den betroffenen Fördervereinen und Schulen die notwendigen Anträge beim Land und beim Landkreis  erarbeitet und gestellt. Im schlechtesten Fall müssten daher Zuschüsse für nicht besetzte Stellen zurückgezahlt werden. Diese Vorgehensweise wurde den Städten hinsichtlich des Landeszuschusses ausdrücklich vom Städtetag Baden-Württemberg empfohlen.

 

Die Stadt Reutlingen nimmt ihre Verantwortung im Bereich der Schulsozialarbeit sehr ernst und wird deshalb auch weiterhin ihren freiwilligen Anteil für die Finanzierung leisten. Mit der Bereitstellung der Landesmittel wird der städtische Haushalt um ca. 120.000 € pro Jahr weniger belastet. Gleichzeitig wird dadurch der dringend notwendige weitere Stellenausbau möglich.

 

  1. Weiterer Ausbau der Schulsozialarbeit an den Reutlinger Schulen

 

4.1 Grund- und Hauptschulen

 

Im Bereich der Grund- und Hauptschulen ist der Ausbau der Schulsozialarbeit seit Jahren dringend notwendig, konnte aber wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise und der äußerst angespannten Haushaltslage der Stadt Reutlingen nicht weiter betrieben werden. Der Landkreis Reutlingen hat bereits seit 2009 den Bedarf für drei Schulen bestätigt, deren Kofinanzierung jedoch durch die Stadt nicht geleistet werden konnte (Römerschanzschule, Schillerschule, Roßbergschule). Obwohl bei der Roßbergschule nur ein Bedarf von 40 % durch den Landkreis anerkannt wurde, wird der Antrag für diese Schule mit 50 % gestellt, um die Landeszuschüsse zu sichern. Die Römerschanzschule hat, wegen des hohen Bedarfs, bereits mit Schulsozialarbeit in einem Umfang von 30 % begonnen (und ist aktuell an der Vorbereitung eines Antrags auf Einrichtung einer teilgebundenen Ganztagsschule). Zwischenzeitlich sind weitere Anträge der Grundschulen Rommelsbach und Ohmenhausen eingegangen. Die Stadtverwaltung bezweifelt nicht, dass bei diesen beiden Ganztagsschulen (Rommelsbach ist offene Ganztagsschule, Ohmenhausen ab dem Schuljahr 2012/2013 teilgebundene Ganztagsschule) der Bedarf durch das Landratsamt bestätigt wird. Wegen der dort im Jahr 2011 geänderten Richtlinien zur Schulsozialarbeitsförderung muss vor einer Bedarfsprüfung durch den Landkreis jedoch die Kofinanzierungszusage der Kommune vorliegen. Die Verwaltung schlägt deshalb für alle fünf gestellten Anträge der genannten Schulen die Neueinrichtung zum nächsten Schuljahr vor. Damit ist auch der Antrag der Fraktion der Grünen und Unabhängigen zur Schillerschule erledigt (GR-Dr. Nr. 11/005/32).

 

 

An der Hermann-Kurz-Schule ist - durch Gemeinderatsbeschluss befristet bis Ende 2012 - eine Stelle von 25 % Schulsozialarbeit im Zusammenhang mit dem Projekt Soziale Stadt Tübinger Vorstadt angegliedert. Es ist geplant, die Auswirkungen, die die Beendigung des Projekts auf die seit 2004 aufgebauten Netzwerke und Strukturen im Stadtteil haben wird, in einer Mitteilungsvorlage noch vor der Sommerpause darzustellen.

 

4.2 Werkrealschulen

 

Die BZN-Werkrealschule hat die Aufstockung der Schulsozialarbeit von 0,66 auf 1,0 Stellenanteile beantragt. Grundsätzlich werden bisher von der Stadt bei reinen Grundschulen 0,5 Stellenanteile bezuschusst, bei Grund- und Haupt- bzw. Grund- und Werkrealschulen 1,0 Stellenanteile. Die (zweizügige) Werkrealschule am BZN wird nicht im Schulverbund mit einer Grundschule geführt, weshalb sie 0,66 Stellenanteile erhält.  Würde dem Antrag der Schule entsprochen, müssten die Stellenanteile der Grund- und Haupt- bzw. der Grund- und Werkrealschulen (letztere alle ebenfalls 2-zügig) über die bisher geförderten 1,0 Stellenanteile hinaus unterstützt werden, um kein Ungleichgewicht in das Gesamtsystem der Förderung der Schulsozialarbeit zu bringen. Die Verwaltung hat deshalb die beantragte Aufstockung nicht vorgesehen.

 

4.3 Realschulen

 

Die Schulsozialarbeit an Realschulen wurde zur 2. Schuljahreshälfte 2008/2009 eingeführt. Die seinerzeit bewilligten Stellenanteile entsprachen den Bedarfsfeststellungen des Landkreises. Nachträglich hatte sich an der Hermann-Hesse-Realschule eine höhere Bedarfsberechnung durch den Landkreis ergeben, die aber - wiederum vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage - nur teilweise von der Stadt kofinanziert werden konnte (die ursprünglichen 0,34 Stellenanteile wurden auf 0,5 aufgestockt). Die Verwaltung schlägt nun vor, den festgestellten Bedarf von 0,7 Personalstellen ab dem nächsten Schuljahr zu bezuschussen, zumal der Förderverein bereits die vollen 0,7 Stellenanteile beschäftigt. Dem weitergehenden Antrag von Schule und Förderverein auf eine

100 %-Stelle sollte nicht entsprochen werden, weil er die Bedarfsfeststellung des Landkreises übersteigt.

 

4.4 Gymnasien

 

Vor dem Hintergrund der immer schwieriger werdenden sozialen und familiären Situationen hat der Landkreis Reutlingen 2008 die Realschulen in die Schulsozialarbeit mit aufgenommen. Auch von den Gymnasien kamen vielfältige Rückmeldungen über zunehmende Bedarfe an Schulsozialarbeit. Dieser gestiegene Bedarf wird sich durch den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung, die dazu geführt hat, dass die Anmeldezahlen an den Gymnasien noch einmal stark gestiegen sind und damit die Heterogenität der Schülerschaft an den Gymnasien zugenommen hat, verstärken. Die Verwaltung hält daher grundsätzlich den Einstieg in die Schulsozialarbeit an Gymnasien für erforderlich und schlägt jeweils eine halbe Stelle je Gymnasium vor. Sie wird dies in die Gespräche mit dem Landkreis einbringen. Obwohl bisher kommunale Zuschüsse nicht fließen, haben bereits zwei Gymnasien (List- und Isolde-Kurz-Gymnasium) Schulsozialarbeit im geringen Stundenumfang an ihrer Schule etabliert, um die allernotwendigsten Bedarfe decken zu können. Über die vorgeschlagene halbe Stelle je Gymnasium hinaus, sollten weitergehende Anträge aus grundsätzlichen Gründen zurück gestellt werden, bis Erfahrungen und ggf. die Bedarfsfeststellungen des Landkreises vorliegen.

 

 

4.5 Sonderschulen

 

Mit GR-Dr. Nr. 11/016/08 fasste der Gemeinderat den Beschluss, die Schulsozialarbeit an der Bodelschwingh- und an der Gutenbergschule bis Ende 2012 weiter mit jeweils einer vollen Stelle zu bezuschussen, gleichwohl der Landkreis einen Bedarf von nur noch 70 % errechnet und seine Förderung entsprechend reduziert hatte. Vor dem Hintergrund der schwierigen Schülerschaft, der Notwendigkeit, die Personalkontinuität zu erhalten und der Bereitschaft des Fördervereins, den entfallenden Förderanteil des Landkreises zu decken, gewährte die Stadt weiterhin den Zuschuss für je eine volle Stelle.

 

Aus grundsätzlichen strukturellen Überlegungen heraus schlägt die Verwaltung nicht vor, dass eine Bezuschussung von mehr als 100 % erfolgen sollte. Da die Fördergemeinschaft L aber signalisiert hat, die Deckungslücke auch in den kommenden beiden Haushaltsjahren finanzieren zu können, wird eine Verlängerung der befristeten Weitergewährung des jeweiligen 100 %-Stellenzuschusses bis zum Ende des Doppelhaushalts 2013/2014 vorgeschlagen. Auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Auswirkungen der Inklusionsbemühungen wird dann eine erneute Betrachtung und Bewertung sinnvoll sein.

 

Aktuell sucht die Peter-Rosegger-Schule das Gespräch im Hinblick auf Schulsozialarbeit an der Schule. Hier sind aber noch grundsätzliche Fragen zu klären.

 

5.    Schulsoziarbeit im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets

 

Darüber hinaus ist im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets für die Jahre 2011 bis 2013 ein mit 2,8 % der gesamten Refinanzierungskosten angegebener Finanzierungsanteil für „Mittagessen am Hort, Schulsozialarbeit“ veranschlagt. Diese Refinanzierung des gesamten BuT-Pakets erfolgt über eine Anpassung der Bundesbeteiligung an den Kosten der Unterkunft beim SGB II. Die Verwaltung hat frühzeitig mit dem Landkreis Kontakt aufgenommen und die Erwartungshaltung zum Ausdruck gebracht, dass über die Verwendung dieser zusätzlichen Finanzierungs-mittel zwischen dem Landkreis und den Trägern der Schulsozialarbeit gesprochen und Einvernehmen hergestellt werden sollte.

 

Hierzu gibt es bisher noch keine Aussage des Landkreises.

 

Die Verwaltung wird diese Mittel als Anschubfinanzierung für die dringend notwendige Fachberatung für die Mitarbeiter/innen in der Schulsozialarbeit in die Diskussion beim Landkreis einbringen.

 

  1. Finanzielle Auswirkungen

 

Die Stadt Reutlingen finanziert derzeit an insgesamt 14 Schulen 11,79 Vollzeitstellen Schulsozialarbeit mit. In insgesamt sechs Unterabschnitten des städtischen Haushalts sind hierfür 424.000 € in Haushaltsjahr 2012 etatisiert. Der in Ziffer 4 vorgeschlagene weitere zukunftsweisende Ausbau der Schulsozialarbeit würde zu einer Mehrung der bezuschussten Stellen um 5,2 Vollzeitstellen und unter Saldierung der Stellenreduzierungen an der Hermann-Kurz-Schule (0,5 Stellenanteile zum Schuljahr 2012/2013, weitere 0,25 ab dem 01.01.2013) auf dann neu 16,24 geförderte Stellen in der Schulsozialarbeit führen. Unter Berücksichtigung der ab 2012 einsetzenden Landesbezuschussung, würde die Stadt Reutlingen für ihren Finanzierungsanteil dieser 16,24 Stellen dann noch 360.000 € (2013) bzw. 365.000 € (2014) aufwenden. (Anlage 4, Berechnung zur Haushaltsanmeldung).

 

Der Ausbau der Schulsoziarbeit an Reutlinger Schulen ab dem Schuljahr 2012/2013 bedeutet für die Stadt eine weitere Ausweitung ihrer Freiwilligkeitsleistungen. Die hierfür notwendigen städtischen Mittel, können aber im Haushaltsjahr 2012 ff durch die Landeszuschüsse gegenfinanziert werden. Ab dem Haushaltsjahr 2013 erfolgt auf den Haushaltsstellen der Schulsozialarbeitszuschüsse, trotz der zusätzlich geförderten Stellenanteile, eine jährliche Minderausgabe von ca. 60.000 €.

 

 

gez.

 

Robert Hahn

Bürgermeister

 

Anlagen

 

 

 


Anlagen:

Anlage 1, Ausbauvergleich alt - neu.xls
Anlage 2 - Bedarfsfeststellung Schulsozialarbeit.xls

Anlage 3, Fördergrundsätze Jugendsozialarbeit an Schulen.pdf

Anlage 4, Haushaltsansätze 2013 und 2014.xls