Stadt Reutlingen

Stadt Reutlingen

23 Amt für Wirtschaft und Immobilien

Gz.: 23-101-rb-ge

05/104/01

09.09.2005

Beratungsfolge

Datum

Behandlungszweck/-art

Ergebnis

FIA

29.09.2005

Kenntnisnahme

öffentlich

 

 

Mitteilungsvorlage

"100 Firmenbesuche"

 

 

 

Sachverhalt

 

Das Führungsteam des neuen Amtes für Wirtschaft und Immobilien hat zwischen Februar und Mai 2005 100 Firmen in Reutlingen besucht.

 

Hier die wichtigsten Punkte:

 

 

·         Fast alle Firmen sind mit dem Standort Reutlingen zufrieden und haben eine gute Beziehung zur Stadtverwaltung. Die Zusammenarbeit mit den städtischen Ämtern ist weitgehend unbürokratisch.

 

·         Die Besuche wurden von den Firmen sehr positiv aufgenommen. Nur zwei Firmen wollten keine Besuche haben.

 

·         Viele Firmen sind auch an beständigeren und engeren Kontakten mit der Verwaltung interessiert. Es kann damit gerechnet werden, dass durch dauerhafte Kontakte die guten Beziehungen weiter optimiert werden können.

 

·         Die besuchten Firmen sind optimistisch, dass sie die schwierigen wirtschaftlichen Zeiten überstehen. Der starke Euro gegenüber dem Dollar ist nur für manche, vor allem exportorientierte Firmen ein Problem.

 

·         Auch die relativ hohen Lohnnebenkosten und Energiepreise in Deutschland sind für die Firmen problematisch. Zudem beklagen sich die Firmen nicht über die Auftragslage, sondern über den Preisdruck.

 

·         Vom Handwerk wird die Vergabeproblematik (Berücksichtigung örtliches Handwerk) angesprochen.

 

·         Um neue oder verbesserte Produkte zu entwickeln, investieren die Firmen für die Zukunft sehr viel. Vor allem größere Firmen betonen, sie könnten Arbeitsplätze in Deutschland nur im Verbund mit günstigen Fertigungsstätten in Billiglohnländern erhalten.

 

·         Einige Firmen haben Nischen- statt Massenprodukte entwickelt. Damit vermeiden sie direkte Konkurrenz zu Billiglohnländern. Es gibt eine relativ hohe Zahl von „stillen Stars“, die mit ihren Produkten in der Weltliga mitspielen.

 

·         Für die Firmen ist China ein sehr wichtiger und wachsender Markt.

 

·         Auch investieren viele Firmen in Aus- und Fortbildung. Das Qualifizierungs- und Know-how-Niveau der örtlichen Fachkräfte wird allgemein als gut beurteilt. In diesem Zusammenhang wird die FH besonders wichtig angesehen. Es ist aber bereits absehbar und in einzelnen Fällen problematisch, dass nicht genügend hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am lokalen bzw. regionalen Arbeitsmarkt verfügbar sind.

 

·         Die Bemühungen der Verwaltung um eine qualitativ hochwertige Innenstadtarchitektur und Aufenthaltsqualität werden von mehreren Firmen begrüßt.

 

·         Die Wohnsituation für die Mitarbeiter wird teilweise als verbesserungswürdig beurteilt. Hier fehlen insbesondere Wohnbauflächen für freistehende Einzel- und Doppelhäuser aber auch gehobene Reihenhausbebauung. Die Firmen legen im Interesse der Leistungsfähigkeit und der kurzfristigen Verfügbarkeit der Mitarbeiter inzwischen mehr Wert auf kurze Wege zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Ein größeres Angebot an guten Wohnlagen kann daher den bereits bestehenden Mangel an Fachkräften lindern helfen.

 

·         Der ÖPNV in Reutlingen wird als gut beurteilt. Wünschenswert sind hingegen Verbesserungen in der überregionalen Schienenverkehrsanbindung.

 

·         Viele Firmen glauben, dass die Stadtverwaltung mehr für das Profil der Stadt tun sollte (-> Imagekampagne, Logo, Leitbild). Die Stadt Reutlingen hat sehr viele Vorteile als Wirtschaftsstandort (Flughafen, Landesmesse, Nähe zur Stadt Stuttgart, Lebensqualität usw.), aber die harten und weichen Standortfaktoren sind nur ungenügend bekannt. Einige Firmen sind der Meinung, dass die Stadt Reutlingen eine richtige Stadthalle braucht, allerdings kein überdimensioniertes Kultur- und Kongresszentrum.

 

·         Für einige Firmen ist auch die Verkehrssituation in Reutlingen sehr problematisch. Insbesondere der in den Hauptverkehrszeiten chronisch überlastete AOK-Knoten und der Wandelknoten behindern den Verkehrsfluss zu sehr. Hier ist der fehlende Scheibengipfeltunnel und die Dietwegtrasse ein drängendes Problem. Parkierungsprobleme werden dagegen nur von wenigen Firmen angesprochen.

 

Aufgrund der nun vorliegenden Informationen bereitet das Amt für Wirtschaft und Immobilien eine Wirtschaftsförderungsstrategie für die Präsentation im Gemeinderat im Herbst 2005 vor.

 

Die Besuchsprogramme bei den Firmen laufen weiter. Ziel ist es, 200 Firmen in Reutlingen pro Jahr zu besuchen. Die Bestandspflege erfolgt wie bisher u. a. parallel durch direkte Firmenkontakte mit der Verwaltungsspitze und des Gemeinderats, bei Stadtteilbegehungen, Messebesuchen, Veranstaltungen und durch abteilungsbezogene Firmengespräche.

 

 

 

gez.

 

Richard Buxton

 

 

 

 


Anlagen: