Stadt Reutlingen

Stadt Reutlingen

Oberbürgermeisterin

Gz.: 65-1/kl-be-we

06/020/03

30.06.2006

Beratungsfolge

Datum

Behandlungszweck/-art

Ergebnis

BVUA

GR

13.07.2006

20.07.2006

Vorberatung

Entscheidung

nichtöffentlich

öffentlich

 

 

Beschlussvorlage

Neubau Stadthalle Reutlingen

- Auslobung städtebaulicher Ideenwettbewerb

- Antrag der SPD-Fraktion vom 26.06.2006 (GR-Drucksache Nr. 06/005/46)

Bezugsdrucksache: 05/120/01, 06/005/23

 

 

 

Beschlussvorschlag

 

1.   Der Gemeinderat beschließt die Auslobung eines offenen städtebaulichen Ideenwettbewerbs „Bruderhausgelände – Neue Stadthalle“ entsprechend der Anlage 1.

 

2.   Der städtebauliche Ideenwettbewerb ist die Grundlage für den sich daran anschließenden Realisierungswettbewerb.

 

3.   Die Verwaltung wird beauftragt, dem Gemeinderat rechtzeitig vor der Beschlussfassung zur Durchführung des Realisierungswettbewerbs eine vergleichende Analyse zwischen möglichen PPP-Modellen und einem konventionellen Verfahren vorzulegen.

 

Finanzielle Auswirkungen

 

HHJ

HHST

Betrag in €

Plan

Jährliche Folgekosten

2006 

 

2.8430.9410.000 VHZ 0400

250.000,00 

 

 

 

 

 

Deckungsvorschlag

Deckungsmittel in €

 

 

 

Begründung

 

I.         Kurzfassung

 

Der städtebauliche Ideenwettbewerb „Bruderhausgelände – Neue Stadthalle“ soll Lösungen für die Nutzung und Gestaltung des Bruderhausgeländes wie auch für seine Vernetzung mit den angrenzenden Stadtquartieren aufzeigen.

 

Dieser Wettbewerb und die anschließende Bürgerbeteiligung dienen der Vorbereitung des Realisierungswettbewerbs ‚Stadthalle Reutlingen’.

 


II.            Ausführlicher Sachverhalt

 

1.         Ausgangslage

 

In der Sitzung am 13.12.2005 sind dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit die Überlegungen der Verwaltung zum Neubau einer Stadthalle vorgestellt worden (GR-Drucksache Nr. 05/120/01).

 

Der Gemeinderat hat daraufhin die Durchführung eines Bürgerentscheids beschlossen, der am 26.03.2006 durchgeführt wurde.

Folgende Frage wurde den wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern gestellt:

 

„Die Oberbürgermeisterin hat dem Gemeinderat am 13.12.2005 ein Gesamtpaket städtischer Investitionen in Kultur- und Veranstaltungsräume vorgelegt, das aus den Stadthallenrücklagen finanziert wird. Teil dieses Pakets sind die Planung und der Bau einer neuen Stadthalle ohne zusätzliche Kreditaufnahme.

 

Sind Sie dafür, dass in diesem Rahmen die Planungen für eine neue Stadthalle begonnen werden?“

 

Bei einer 53 %-igen Wahlbeteiligung haben 62,9 % der Wahlberechtigten ein klares Votum für die Aufnahme der Planungen abgegeben. Dieses deutliche „Ja“ der Bürger im Zusammenhang mit der Gemeinderats-Drucksache vom 13.12.2005 war der Startschuss, mit den Planungsvorbereitungen der städtischen Investitionen in Kultur- und Veranstaltungsräumlichkeiten zu beginnen.

 

 

1.1         Raumbedarf

 

Nach eingehender Bewertung der vorhandenen Hallen in Reutlingen erbrachte die Kulturkonzeption den Nachweis, dass das Raumangebot für Kultur, insbesondere in der Innenstadt, defizitär ist.

Die Notwendigkeit zum Neubau der neuen Stadthalle als Ersatz für die Listhalle ist zuvor in zwei Untersuchungen dargelegt worden.

 

Die Forderungen für Veranstaltungsräume, die sich aus der Kulturkonzeption ergeben, lassen sich so zusammenfassen:

 

Neben einer großen Halle für Konzerte und Großveranstaltungen mit ca. 1.400 Sitzplätzen fehlt auch ein kleiner Saal mit ca. 300 – 500 Sitzplätzen für Kammermusik, Jazz und Chorveranstaltungen.

Darüber hinaus wurde auch deutlich, dass ein Theaterraum mit etwa 300 Sitzplätzen und ein Raum für Soziokultur in ähnlicher Größe fehlen.

 

Die Kulturkonzeption spricht sich dabei für eine dezentrale Lösung aus. In das Raumprogramm der neuen Stadthalle wurden deshalb nur die beiden erstgenannten Räumlichkeiten integriert (vergleiche GR-Drucksache Nr. 05/120/01). Die Verwaltung erarbeitet derzeit in Absprache mit den Kulturanbietern Lösungsvorschläge für die Realisierung der Flächen für Theater und Soziokultur und wird diese dem Gemeinderat vorlegen.

In der Listhalle finden schon bislang nicht ausschließlich kulturelle Veranstaltungen statt. Eine neue Stadthalle hat deshalb ebenfalls das gesamte Spektrum abzudecken, für „alle Bürger“ da zu sein: Vereine, Schulen, kommerzielle Anbieter, Wirtschaftsunternehmen.


 

Die Verwaltung beauftragte deshalb im August 2005 die Firma SYMBIOS, eine Marktbefragung unter Berücksichtigung der vorhandenen regionalen und überregionalen Raumangebote anzustellen, um fundierte Aussagen zu den Chancen und Risiken einer neuen Stadthalle zu erhalten. SYMBIOS befragte Vertreter von Vereinen, Institutionen und Verbänden sowie kommerzielle Veranstalter und Firmen aus Reutlingen, um eine Prognose über Veranstaltungs- und Besucherzahlen treffen zu können.

Letztlich ging es um die Einschätzung, wie eine Halle dimensioniert sein muss, um angesichts des Wettbewerbs (inner- und außerhalb der Region) möglichst wirtschaftlich betrieben werden zu können – wobei die Auslastung eine große Rolle spielt.

 

Die Ergebnisse aus der SYMBIOS-Befragung decken sich weitgehend mit den Aussagen der Kulturkonzeption und ergänzen diese im Bereich der Veranstaltungen, die von Vereinen, Firmen und kommerziellen Veranstaltern organisiert werden.

 

Der ermittelte Raumbedarf für eine neue Stadthalle in Reutlingen stellt sich damit kurz gefasst so dar:

 

Flexibel nutzbarer Saal in

Konzertqualität, variabel (auch ansteigend) bestuhlbar                        ca.                        1.500 Personen

 

ergänzt um multifunktionale Nebenräume für Seminare,

Veranstaltungsräume, zusammenschaltbar für                         ca.                        400 Personen

 

Ansprechende Foyerflächen für Ausstellungen,

Firmenpräsentationen etc.

 

Angemessene Funktionsräume (Technik, Garderoben,

Sanitärbereich etc.)

 

 

1.2         Standort

 

Um den geeigneten Standort für eine Halle im Stadtgefüge zu ermitteln, wurde im Jahr 2005 ein Suchlauf durchgeführt, bei dem 10 potenzielle Standorte geprüft und verglichen wurden. Dabei erwies sich das Bruderhausgelände/Kernstadterweiterung West als der ideale Standort.

 

 

 

2.      Offener städtebaulicher Ideenwettbewerb

 

Bevor mit der detaillierten Planung für eine neue Stadthalle begonnen werden kann, ist zunächst einmal zu klären, an welcher Stelle auf dem Bruderhausgelände die neue Stadthalle im Hinblick auf die stadträumlichen Bezüge und unter Berücksichtung der gewünschten positiven Wechselwirkungen zur historischen Altstadt zu platzieren ist.

Dabei sind beispielsweise neben dem Sterbehaus von Gustav Werner (Krankenhäusle) das Gerberwehr mit der Echazaue, die ÖPNV- und Individualverkehrssituation, die Fuß- und Radwegeverbindungen, die Lärm- und Grundwassersituation zu berücksichtigen.

Der städtebauliche Ideenwettbewerb soll z. B. klären, wie die Scharnierfunktion des ehemaligen Bruderhausgeländes zu den angrenzenden Stadtquartieren weiter ausgebaut werden kann, wie die bereits vorhandene Aufenthaltsqualität auch im Hinblick auf Außenveranstaltungen und Eventflächen erweitert werden kann, wie auf dem Gelände bei Bedarf die Stadthalle um ein Hotel, Gastronomie, oder zu einem späteren Zeitpunkt die Stadthalle selbst erweitert werden kann; der Wettbewerb soll auch die Frage beantworten, ob und inwieweit über die bereits genannten Nutzungen hinaus bauliche Ergänzungen auf dem Grundstück stadträumlich sinnvoll sind, und wie die Tiefgarage (mit mindestens 300 Plätzen in der ersten Realisierungsstufe) entsprechend den modularen Entwicklungsstufen auf bis zu 600 Stellplätze erweitert werden kann.

Das Wettbewerbsgebiet bezieht die Bebauung jenseits der großen Hauptverkehrsstraßen und des Zentralen Omnibusbahnhofs mit ein. Auch hier sind Vorschläge für städtebauliche Veränderungen und Ergänzungen möglich.

 

Aus dem offenen städtebaulichen Ideenwettbewerb werden konkrete Lösungsvorschläge erwartet, die den weiteren Entscheidungen zugrunde gelegt werden.

 

Der Zulassungsbereich erfasst die Mitglieder der EU und die Staaten des europäischen Wirtschaftsraumes EWR und der Schweiz.

Teilnahmeberechtigt sind Architekten, Stadtplaner und Landschaftsarchitekten; die Bildung von Arbeitsgemeinschaften der drei Berufssparten wird verbindlich gefordert.

Der Wettbewerb wird nach den Grundsätzen und Richtlinien der GRW durchgeführt und mit der Architektenkammer Baden-Württemberg abgestimmt.

Mit den aufgeführten Fachpreisrichtern, die sorgfältig entsprechend der nötigen Qualifikation für diese Aufgabe ausgesucht wurden, finden derzeit Abstimmungsgespräche statt. Es könnten sich daher noch gewisse Änderungen ergeben. Der Vorschlag über die Zusammensetzung des Preisgerichts ist der Anlage zu entnehmen. Die Benennung der Sachpreisrichter erfolgt durch die Fraktionen.

 

Im Auslobungstext ist festgelegt, wie sich die Aufgabe des Wettbewerbs darstellt, welche Leistungen die Teilnehmer zu erbringen haben und nach welchen generellen Kriterien beurteilt wird.

 

Es ist beabsichtigt, auf der Grundlage des städtebaulichen Ideenwettbewerbs einen Realisierungswettbewerb für die Stadthalle auszuschreiben. In diesem Fall werden auch die Preisträger des städtebaulichen Ideenwettbewerbs eingeladen.

 

 

2.1         Aufgabenstellung

 

Die Aufgabe ist in mehrere Fachgebiete gegliedert, wobei das Hauptaugenmerk auf ein gesamtes, homogenes Konzept – gestalterisch und funktionell – gelegt wird.

 

Die Vernetzung des Bruderhausgeländes mit den angrenzenden Stadtquartieren (vor allem mit der Altstadt), die Freiraumqualitäten auf dem Gelände und deren Verknüpfung mit der vorhandenen Grünstruktur in der Stadt (Pomologie, Volkspark, Echaz), Fuß- und Radwegebeziehungen, Erschließung und Parkierung, sind entsprechend den ausführlichen Darstellungen zu planen.

Die Platzierung der Stadthalle und deren überschlägige Planung und Gestaltung sind ein zentrales Element des Wettbewerbs.

Die neue Stadthalle wird integraler Bestandteil der Stadtlandschaft. Sie soll zu den angrenzenden Quartieren, insbesondere der Altstadt, Synergien entwickeln.

 

Ziele sind:

 

-     die Disposition qualitätsvoller Standorte für die Stadthalle selbst und für die angelagerten übrigen Nutzungen im städtebaulichen Kontext

 

-     eine gleichsam städtebaulich verträgliche wie prägnante Definition der Baumassen und Kubaturen

 

-     eine verträgliche, das Umfeld wie die Stadthalle selbst, möglichst wenig belastende Ordnung der Erschließung und Parkierung

 

-     die Akustik des großen Saals hat wegen des besonderen Bedeutung der Musik in der Stadt Reutlingen Vorrang, andere Nutzungen müssen ebenfalls möglich sein. Weitere Veranstaltungen könnten z. B. Vereinsveranstaltungen, Bälle, Bankette, Firmenmessen, Mitgliederversammlungen und Tagungen sein.

 

Beurteilungskriterien sind:

 

-     Gebäude- und Freiraumstruktur

-      Wirtschaftlichkeit

-      Vernetzung der Quartiere innerhalb des Wettbewerbsgebiets und mit den angrenzenden Stadtquartieren

-      Umsetzungsmöglichkeiten

-      Verkehrskonzeption

 

Nutzung und Raumprogramm

 

-     Großer Konzertsaal mit 1.500 Sitzplätzen (unverstärkt, aufsteigende und ebene Parkettbestuhlung) für:

      -            Konzerte

      -            Vereinsveranstaltungen

      -            Aufführungen (z. B. Musical etc.)

      -            Tagungen

      -            Bälle/Feiern

      -            Präsentationen

 

-     Kleiner Saal mit 400 Sitzplätzen (unterteilbar in Gruppen- und Seminarräume) für:

      -            Vereinsveranstaltungen

      -            Tagungen

      -            Vorträge

      -            Schulungen

      -     Feiern

      -            Kammermusik

 

-      Foyerbereiche für:

      -            Empfänge

      -            Aufenthaltsbereich für Besucher

      -            Veranstaltungsbegleitende Ausstellungen

      -            Selbstständige Ausstellungen

 

Zusammen mit den Nebenräumen wie Künstlergarderoben, Lager/Werkstätten, Technik, Küche usw. ist von einer Nutzfläche von ca. 7.000 qm auszugehen.

 

2.1.1            Kosten

Für den Bau der neuen Halle einschließlich Nebenkosten stehen 26 Mio. Euro zur Verfügung. Dieser Betrag ist gedeckelt .

 

2.1.2            Modulare Entwicklungsmöglichkeiten

Im Rahmen der Stadthallenplanung ist aufzuzeigen, wie bei Bedarf oder langfristig die neue Halle um ein Hotel mit 150 Zimmern und Gastronomie und ggf. einem weiteren Saal ergänzt werden kann.

 

2.1.3            Hallenumfeld

Neben den der Stadthalle zugehörigen Freiflächen z. B. Pausenflächen, gärtnerische Anlagen, Anlieferung usw. sind geeignete Flächen für vielfältige Open-Air-Nutzungen wie Musikveranstaltungen, Theaterfestivals, Spiel und Sport (wie z. B. Beach-Volleyball-Turniere), Bauen im Zirkuszelt und Jugendfestivals (2.000 bis 3.000 Personen) vorzusehen. Bei Open-Air-Veranstaltungen sind bis zu 3.000 Besucher zu erwarten.

 

2.1.4            Tiefgarage

Vorzusehen ist eine eingeschossige Tiefgarage mit mindestens 300 Stellplätzen. Diese muss entsprechend den modularen Entwicklungsstufen auf insgesamt bis zu 600 Stellplätze erweitert werden können.

 

 

2.2    Zeitplan und Kosten

 

Bei entsprechendem Beschluss des Gemeinderats ist folgender Zeitplan für die Durchführung des Wettbewerbs vorgesehen:

 

Preisrichter-Vorbesprechung 28.07.2006

Ausgabe der Unterlagen ab    21.08.2006

Kolloquium mit Teilnehmern, Preisrichtern, Sachverständigen 29.09.2006

Abgabe Pläne/Modell    27.11.2006

Preisgericht (voraussichtlich) 12./13./14.01.2007

Ausstellung/Bürgerbeteiligung ab     17.01.2006

 

Die Kosten für das Wettbewerbsverfahren werden einschließlich Preisgeldern, Honoraren, Unterlagen und Nebenkosten auf insgesamt ca. 250.000 Euro veranschlagt. Die erforderlichen Mittel stehen im Haushalt auf der Haushaltsstelle 2.8430.9410.000 VHZ 0400 zur Verfügung.

 

 

2.3         Bürgerbeteiligung

 

Nach Abschluss des städtebaulichen Ideenwettbewerbs wird eine Bürgerbeteiligung stattfinden. Hierbei erhalten die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich zu den Ergebnissen zu äußern und auch weitere Überlegungen/Aspekte einzubringen.

Über die Modalitäten und den Ablauf der Bürgerbeteiligung wird der Gemeinderat zeitnah informiert.

Über die Form der Bürgerbeteiligung im Rahmen des Realisierungswettbewerbs wird in diesem Zusammenhang entschieden

 

 

 

3.      Weitere Vorgehensweise

 

Nach der Durchführung des offenen städtebaulichen Ideenwettbewerbs soll ein begrenzt offener Realisierungswettbewerb für die Stadthalle durchgeführt werden.

 

Dem muss die Entscheidung über die Kooperation mit privaten Partnern vorgeschaltet werden. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse können die Realisierung und der Betrieb der neuen Stadthalle auf zwei unterschiedlichen Wegen erfolgen.

 

Möglich ist ein PPP-Verfahren oder ein konventionelles Verfahren.

 

Welches Verfahren für die neue Stadthalle, und somit für die Stadt Reutlingen, am besten geeignet ist, muss sehr sorgfältig verglichen und abgewogen werden.

Bei dem Vergleich der beiden sehr unterschiedlichen Wege müssen unter anderem die Aspekte beachtet werden:

 

-     Einfluss der Stadt

-      Wirtschaftlichkeit

-     Qualität des Gebäudes – Architektur und Bauausführung

-      Zeitrahmen

 

 

Diese, aber auch weitere Aspekte vertieft zu durchleuchten, wird von der Verwaltung, rechtzeitig vor der Auslobung des Realisierungswettbewerbs, in einer vergleichenden Gegenüberstellung der beiden Wege erarbeitet. Auf dieser Grundlage wird es dem Gemeinderat möglich sein, die beste Entscheidung für die Realisierung und den Betrieb der neuen Stadthalle zu treffen.

 

Bis zur Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Stadthalle stehen demnach für den Gemeinderat und die Verwaltung komplexe und zum Teil auch langwierige Verfahrensschritte an.

 

Unabhängig davon, ob ein PPP-Modell oder ein konventionelles Verfahren gewählt wird, sind die einschlägigen Vorgaben des EU-Rechts zu berücksichtigen. Beispielsweise ist auch bei einem PPP-Modell für öffentliche Auftraggeber ein europaweites Bewerbungs- und Verhandlungsverfahren mit entsprechenden Zeitablaufen und Fristen durchzuführen.

 

Hinzu kommt die Information und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Es ist Ziel der Stadt Reutlingen, wie bisher die Bürgerschaft umfangreich zu informieren und sie über den aktuellen Stand der Dinge auf dem Laufenden zu halten. Bei den zentralen Weichenstellungen durch den Gemeinderat wird daher die Verwaltung über die städtische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hinaus geeignete Vorschläge für die Beteiligungsform erarbeiten. Die Bandbreite reicht von der Bürgerbeteiligung nach § 3 BauGB über Workshops und Meinungsbücher bis hin zur repräsentativen Bürgerbefragung oder ggf. per Bürgerentscheid. Information und Beteiligung benötigen ebenfalls eine angemessene Zeit.

 

Aufgrund der vorgenannten Ausführungen kann ein verbindliches Datum für den Baubeginn und die Fertigstellung der neuen Stadthalle erst nach der Durchführung des städtebaulichen Ideenwettbewerbs, der Grundsatzentscheidung des Gemeinderats über ein PPP-Verfahren und nach der Durchführung des Realisierungswettbewerbs getroffen werden.

Je nach Dauer und Art der einzelnen Verfahrens- und Entscheidungsschritte kann nach dem heutigen Kenntnisstand bei einer Bauzeit von 24 Monaten von einer Fertigstellung der Stadthalle im Zeitraum 2011 und 2012 ausgegangen werden.

 

Der Antrag der SPD-Fraktion vom 26. Juni 2006 (GR Drucksache Nr. 06/005/46) ist damit erledigt.

 

 

 

gez.

Barbara Bosch

Oberbürgermeisterin

 

 

Anlagen:

Anlage 1:                     Auslobungstext städtebaulicher Wettbewerb – Teil A

Anlage 2:                     Auslobungstext städtebaulicher Wettbewerb – Teil B

 


Anlagen:

Teil A Stand 30.06.06.doc[Teil B Stand 30.06.06.doc